Arbeiterwohlfahrt


Johanna-Kirchner-Haus
Übergangseinrichtung für psychisch beeinträchtige Menschen
TürJohanna-Kirchner-Haus

Einführung und Erprobung des Synergetischen Navigationssystems im Johanna-Kirchner-Haus

Eine qualitative Interviewstudie (Bachelorarbeit)

von Sonja Eschenbacher



Diplomarbeit

"Hintergrund. Das Synergetische Navigationssystem (SNS) ist ein internetbasiertes Therapiemonitoring-Instrument, das auf der von Hermann Haken begründeten Theorie der Synergetik beruht. Die Idee der Selbstorganisation beschreibt, wie Muster in Systemen entstehen und wie sie sich verändern.

Methode. Nach einer viermonatigen Anlaufzeit des SNS im Johanna-Kirchner-Haus (JKH), einer Übergangseinrichtung von psychisch beeinträchtigten Menschen, wurden mithilfe nicht-standardisierter, teilstrukturierter Interviews die Erfahrungen und Meinungen von 4 Bewohnern und 5 Mitarbeitern des JKH erhoben. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring (2010).

Ergebnisse. Die Anwendung des SNS ist mit einigen Integrationsschwierigkeiten innerhalb des Arbeitsalltags verbunden. Dennoch empfinden die Mitarbeiterinnen die Nutzung als sinnvoll und hilfreich für eine strukturiertere Herangehensweise ihrer Arbeit. Die Erfahrungen der Bewohner münden v. a. im Wunsch nach individuellen und persönlich zugeschnittenen Fragebögen sowie in regelmäßigen Feedbackgesprächen.

Schlussfolgerung. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Einführung und Erprobung des SNS im JKH durchaus erfolgsversprechend ist. Für eine umfangreiche Evaluation ist allerdings weitere Forschung erforderlich, da nach vier Monaten noch wenig Aussagen über einen langfristigen Nutzen gemacht werden können."



(Eschenbacher, 2015, Einführung und Erprobung des Synergetischen Navigationssystems, S. 44)



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Die neue Klientenstruktur in psychiatrischen Settings -

am Beispiel einer emotional instabilen Frau und der Therapie durch die Dialektisch-Behaviorale Therapie

von Nadine Weigl



Bachelorarbeit



"My religious experience transformed me,
but I could never promise that to someone else.

For most people, transformation is slow-
it happens without you realizing it."


Marsha M. Linehan











"In dieser Bachelorarbeit wird das Krankheitsbild der Borderline-Persönlichkeitsstörung umfassend beleuchtet. Der Fokus liegt hierbei auf betroffene weibliche Personen. Zu diesem Zweck wurde ein qualitatives Interview mit einer Klientin des Johanna-Kirchner-Hauses, einer Übergangseinrichtung für psychisch beeinträchtigte Menschen der Arbeiterwohlfahrt, mit dem Anliegen, das Krankheitsbild aus der subjektiven Sicht einer betroffenen Person darzustellen, durchgeführt.

Auf die ausführliche Beschreibung der, speziell für die Borderline-Erkrankung entwickelten, Dialektisch-Behaviorale Therapie nach Marsha M. Linehan anhand der aktuellen Literatur, wurde großen Wert gelegt.

Die theoretischen Inhalte des Therapiekonzepts der DBT wurden mit dem Maßnahmenverlauf in der genannten Einrichtung verglichen und auf ihre Effektivität und Nachhaltigkeit hin überprüft. Anhand der Lebensgeschichte der befragten Klientin konnte verdeutlicht werden, dass die Behandlung in einer stationären Einrichtung, deren Konzept sich nicht expliziert mit der DBT identifiziert, entscheidend zur Stilisierung der befragten Klientin beigetragen und dieser die Möglichkeit gegeben hat, ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Es wurde ebenfalls großen Wert darauf gelegt, die Wichtigkeit der Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgungsstruktur in Deutschland zu verdeutlichen. Insbesondere die stetige Veränderung der Klientenstruktur in der psychiatrischen Versorgung fordert hierbei eine hohe Flexibilität und die innovative Weiterentwicklung bestehender konzeptioneller Gedanken, hin zu einer individuellen und bedarfsorientierten Behandlung psychisch kranker Menschen."


(Weigl, 2012, Die neue Klientenstruktur in psychiatrischen Settings, S. 99)



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Evaluation des Johanna-Kirchner-Hauses

Eine empirische Arbeit im Rahmen einer retrospektiven Untersuchung

von Jasmin Schuster und Stefanie Ziermann



Diplomarbeit



"Dass ich im JKH war
- das war für mich ein guter Schritt,

aber es war dann auch wieder an der Zeit auszuziehen ..."


(Auszug aus einem Interview mit einem ehemaligen Klienten des JKH)











"In der vorliegenden Studie wurde das Johanna-Kirchner-Haus, ... , erstmalig im Rahmen einer retrospektiven Untersuchung evaluiert. Dabei lag die Entlassung der ehemaligen Klienten aus dem JKH im Schnitt 3,1 Jahre zurück. Ziel der Erhebung war es, die nachhaltige Wirksamkeit der erbrachten Leistungen des JKH zu untersuchen. Um diese Zielsetzung zu verfolgen, wurden zwei zentrale Fragestellungen zum Gegenstand der Untersuchung gemacht: Einerseits galt es zu überprüfen, ob und inwieweit der Aufenthalt im JKH bei den Klienten positive Effekte erzielen konnte, und andererseits, ob diese auch auf den darauf folgenden Rehabilitationsverlauf übertragbar waren ...

Als zentrale Untersuchungsverfahren dienten eine quantitative Erhebung in Form eines Fragebogens an die rechtlichen Betreuer, ... , sowie eine qualitative Erhebung in Form eines teilstrukturierten Interviews, das mit 10 ehemaligen Klienten geführt wurde. Zudem wurden anamnestische Daten aus archivierten Dokumenten ergänzend für die Studie herangezogen.

Die Ergebnisse zeigen, dass es sich bei der untersuchten Klientengruppe um chronisch psychisch kranke Menschen handelt, die in der Vergangenheit oftmals langjährige psychiatrische Klinikaufenthalte hatten und aufgrund ihrer vielschichtigen Beeinträchtigungen schwer in andere komplementäre Einrichtungen zu integrieren waren. Insgesamt kam es durch den Aufenthalt im JKH zu einer deutlichen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands und zu einer erhöhten Lebensqualität der Klienten. Diese Steige-rung zeigte sich insbesondere an der Verbesserung der Funktionsfähigkeit hinsichtlich verschiedener Lebensbereiche und an der subjektiv höher bewerteten allgemeinen Lebenszufriedenheit. Somit ging der Aufenthalt der Klienten im JKH mit überwiegend positiven Wirkungen einher. Die häufigsten Wohnformen, in welche die Klienten durch das JKH vermittelt wurden, stellten mit 50% das Betreute Wohnen und mit 27,3% das Langzeitwohnheim dar. Weitere Vermittlungen erfolgten in ein Pflegeheim, in eine andere Übergangseinrichtung bzw. erfolgte eine Entlassung in die eigene Wohnung oder in die Familie.

Hinsichtlich des weiteren Rehabilitationsverlauf der Klienten zeigte sich, dass über 90% dieser Vermittlungen nachhaltig erfolgreich waren: d.h. die Wohnform wurde mindestens konstant gehalten bzw. kam es durch einen Wohnformwechsel zu keiner Erhöhung der Betreuungsleistung. Die Ergebnisse deuten weiter darauf hin, dass die Lebensqualität der Klienten im neuen Lebensumfeld größtenteils nochmals gestiegen ist. So kann der Untersuchung entnommen werden, dass die durch das JKH erzielten Wirkungen insgesamt in den neuen Lebenskontext übertragen und z.T. noch ausgebaut werden konnten.

Generell kann festgehalten werden, dass stationäre Klinikbehandlungen seit dem Aufenthalt im JKH bei Weitem keine so vergleichbar dominante Stellung im Leben der Klienten mehr einnahmen wie noch in der Vergangenheit. Über ein Drittel der Klienten hatte während dieses Aufenthalts überhaupt keine psychiatrische Klinikbehandlung. Weiterhin konnte seit Auszug aus dem JKH die durchschnittliche Anzahl stationärer Behandlungen insgesamt reduziert werden; über 40% der Klienten bedurften - trotz z.T. geringerer Betreuungsintensität - keiner Klinikbehandlung mehr ...

Insgesamt sprechen die Ergebnisse der Studie für die nachhaltige Wirksamkeit der Arbeit der Übergangseinrichtung JKH. Somit kann sie einen wichtigen Beitrag hinsichtlich der psychosozialen Versorgung und Wiedereingliederung schwer chronisch psychisch kranker Menschen leisten."


(Schuster & Ziermann, 2009, Evaluation des Johanna-Kirchner-Hauses, S. 116f)



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