Arbeiterwohlfahrt


Johanna-Kirchner-Haus
Übergangseinrichtung für psychisch beeinträchtige Menschen
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Marktbreiter Fachtag 2015 für Sozialpsychiatrie
- Rückblick -


Fachtag 2015

Am 21.01.2015 fand bereits zum zweiten Mal der Marktbreiter Fachtag für Sozialpsychiatrie statt. Die Veranstaltung richtete sich an Ärzte, PsychologInnen, SozialpädagogInnen, ErgotherapeutInnen, Pflegepersonal und gesetzliche BetreuerInnen, die seelisch beeinträchtigte Menschen betreuen und therapeutisch mit Ihnen arbeiten. Die Initiative für die Fachtage ging von Gerald Möhrlein, Mitglied des Vorstandes des Bezirksverbands der Arbeiterwohlfahrt Unterfranken, der selbst als Lehrer mit seelisch beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen arbeitet, aus.

Über 200 Teilnehmer aus Unterfranken, aber auch aus ganz Bayern und den angrenzenden Bundesländern, durfte der Leiter des Johanna-Kirchner-Hauses in Marktbreit Franz Bernitzky (Dipl. Psychologe), der die inhaltliche Auswahl der Themen und ReferentInnen vornahm, herzlich willkommen heißen. Mitarbeiter und Bewohner der Einrichtung waren gleichermaßen an der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung beteiligt.

Prof. Dr. med. Volz, ärztlicher Direktor des Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck, stellte die aktuelle Situation der Versorgungsklinik in einem einleitenden Vortrag dar. Er betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit der Kliniken mit ambulanten Beratungs- und Therapieangeboten und den Übergangseinrichtungen und Heimen der Eingliederungshilfe.

Bernitzky bedankte sich und ergänzte: "Wir finden, auch bei wahrnehmbar hoher Belastung der Akutstationen, immer ein offenes Ohr bei den Mitarbeitern der Pflege und dem ärztlichen Dienst für unsere Anliegen. In den letzten Jahren sehen wir eine Entwicklung, dass unsere Klienten immer jünger werden und dass die Komplexität der Störungen, sowie die Intensität der Symptome zunehmen. Dies betrifft vor allem, aber nicht nur, den Bereich der Persönlichkeitsstörungen und hier besonders junge Frauen." Deshalb seien sowohl pädagogische als auch psychotherapeutische Ansätze für den Umgang mit dieser Aufgabenstellung wichtig, um die therapeutische Bearbeitung der psychischen Probleme, Nachreifung und Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen. Es gelte für alle Mitarbeiter dieser Einrichtungen, die große Herausforderung aufgrund der hohen Dichte und Belastung durch die Anforderungen in der täglichen Arbeit mit psychisch beeinträchtigen Menschen zu bewältigen, sowohl aus fachlicher als auch aus menschlicher Sicht. Neben der Erfordernis einer ausreichenden personellen Ausstattung seien Aus-, Fort- und Weiterbildungen ein weiterer und essentieller Baustein dieses Arbeitsfeldes.

"Dies ist auch ein Grund, warum wir diesen Fachtag organisieren; ein weiterer, dass wir Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung geben möchten", so der Einrichtungsleiter. "In der Chaostheorie des Wetters gibt es das Bild des Schmetterlings, der auf der anderen Seite der Welt mit seinen Flügeln schlägt. Diese Bewegung kann der Auslöser für eine dramatische Wetteränderung bei uns sein. Vielleicht finden heute viele Anregungen aus den Vorträgen Zugang in Ihren Verstand und Ihr Herz und lösen im Lauf der Zeit viele positive Effekte für Sie und Ihre Klienten aus." Mit diesen Worten übergab Hr. Bernitzky das Wort an die Referentinnen und wünschte allen Teilnehmern einen erfolgreichen und inspirierenden Fachtag.

Einer der inhaltlichen Schwerpunkte der Veranstaltung lag auf der Arbeit mit traumatischen Erfahrungen im stationären und ambulanten Setting und wurde von Dipl. Psychologin Ulrike Reddemann vorgestellt. Viele KlientInnen im sozialpsychiatrischen Arbeitsfeld seien mit traumatischen Ereignissen konfrontiert, deren Bandbreite sich vom Verlust des Arbeitsplatzes, sozialen Bezügen und Lebensperspektiven über psychotisches Erleben, Ersteinweisungen in psychiatrischen Kliniken bis hin zu schweren Missbrauchs- und Gewalterfahrungen erstrecke. Es sei entscheidend, traumatische Erlebnisse (An-)zu erkennen, zu verstehen und diese den KlientInnen für eine Bearbeitung und Bewältigung zugängig zu machen. Erst dies ermögliche die Entwicklung von Perspektiven und eine Öffnung für die Zukunft. Dies decke sich mit der langjährlichen Erfahrung der Therapeutin im Umgang mit traumatisierten Menschen.

Im Anschluss stellte Dipl.-Psych. Dr. Anne Dyer, Leitende Psychologin am Otto-Selz-Institut, das Verfahren der Dialektisch-Behavioralen Therapie vor. Diese Therapieform richtet sich an KlientInnen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung, von der vor allem junge Frauen betroffen sind. Diese Störung sei u. a. durch negative Gefühle, die unkontrollierbar die Betroffenen überfluten, gekennzeichnet. Dies führe bei den Betroffenen zu so hoher innerer Anspannung, die oft nur durch körperlichen Schmerz, meist in Form von Selbstverletzungen, gemindert werden könne. Ohne eine Therapie, deren Ziel in der Rückgewinnung der Kontrolle über die eigenen Gedanken und Gefühle sowie der Aufbau alternativer Verhaltens- und Bewältigungsmuster liege, seien beispielsweise schulische oder berufliche Ausbildungen für Betroffene kaum oder teils sogar unmöglich zu bewältigen.

Abschließend zeigte Frau Katharina Eitel, Ärztin und Psychologin des Forensich-Psychiatrischen Dienstes der Universität Bern, detailliert Strategien zur Vorgehensweise innerhalb der Kognitiv-Behavioralen Therapie für Menschen mit psychotischen Erkrankungen, welche in den meisten Fällen unter quälenden Wahnvorstellungen und Halluzinationen leiden, auf. Die Reduktion des, durch die Symptome verursachten, Leids der Betroffenen führe in der Regel zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen, so Frau Dr. med. Dipl. Psych. Eitel. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis erhielten die Teilnehmer eine konkrete Vorstellung davon, wie sich die Anwendung des Therapiekonzeptes in der Arbeit mit betroffenen KlientInnen gestalten kann. Das angewandte Manual basiert auf der klinischen Arbeit von Dr. Hazel Nelson aus Großbritannien.


Die Mitarbeiter des Johanna-Kirchner-Hauses bedanken sich bei den ReferentInnen für ihr Engagement und allen Gästen und Teilnehmern für das große Interesse an unserer Veranstaltung.



Downloads


Wir freuen uns, Ihnen die Präsentationsdateien mit freundlicher Genehmigung der ReferentInnen zum Download bereitstellen zu können:



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